Erdgas gilt wegen der günstigsten Emissionsbilanz unter den fossilen Brennstoffen als ein ausgesprochen sauberer und umweltschonender Energieträger. Die Stadtwerke sorgen dafür,
dass er über das 90 km lange Leitungsnetz sicher und preiswert bei den Verbrauchern ankommt. Ein weiterer Pluspunkt: Erdgas bietet maßgeschneiderte Lösungen für jeden Bedarf und sparsame intelligente Technik. Ein Großteil der Bad Reichenhaller Haushalte, Wohnhäuser, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbebetriebe macht sich dies bereits zu nutze. Lassen Sie sich ebenfalls davon überzeugen.
Bereits 1863 bestand in Bad Reichenhall eine Gasfabrik, die allerdings in erster Linie nur Beleuchtungszwecken diente. Dieses Gaswerk an der Peter-und-Paul-Gasse wurde 1898 von der Stadt - Stadtwerk - erworben. Das Netz für die Stadtgasversorgung wurde kontinuierlich ausgebaut. Das aus Holz und später aus Steinkohle erzeugte Gas wurde mehr und mehr auch zum Kochen und Warmwasserbereiten verwendet. Vereinzelt wurde es auch in Öfen zu Heizzwecken eingesetzt. Mit der Inbetriebnahme einer Flüssiggas-Spaltanlage im Jahre 1961 wurde die sog. klassische Gaserzeugung eingestellt.
1977 wurde eine Flüssiggas-Luftmischanlage an der Loferer Straße errichtet. Das Gas wurde nun bereits zur Befeuerung von Zentralheizungen geliefert.
Seit 1980 ist Bad Reichenhall an das Erdgasnetz angeschlossen. Für die Erdgasversorgung erschlossen ist die Innenstadt und die Ortsteile Staufenbrücke, Karlstein und Weißbach.
Mit der Inbetriebnahme der Erdgasversorgung konnte das Gaswerk endgültig stillgelegt und die Gasbehälter abgebaut werden. Die übrigen Gebäude und Anlagen wurden bis zur Fertigstellung des Neubaues der Stadtwerke an der Hallgrafenstraße im Jahr 1998 als Lager für die Versorgungsbetriebe und als Werkstatt, Pflegehalle und Garagen für die Verkehrsbetriebe benutzt. 1998 wurde das Gaswerksgelände aus dem Betriebsvermögen der Stadtwerke in das allgemeine Grundvermögen der Stadt altlastenfrei überwiesen. 1999 wurden von den Stadtwerken die Gebäude und Betriebsanlagen zurückgebaut. Dabei wurden bis dahin noch nicht bekannte Altlasten festgestellt, die eine rasterförmige Untersuchung des gesamten Geländes erforderlich machten. Es wurden teilweise in Tiefen bis über 10 m Anlagen aus der ursprünglichen Gasfabrik entdeckt. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, Wasserwirtschaftsamt und den für den Umweltschutz zuständigen Behörden wurde ein umfangreiches Sanierungskonzept erstellt. Mit der Geländefreimachung und der Entsorgung des kontaminierten Erdreiches und Abbruchmaterials wurde 2000 begonnen. Im November 2001 konnten die Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen, die gutachterlich und fachtechnisch von einer Ingenieurgemeinschaft begleitet wurden, endgültig abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten für die Freimachung und Sanierung einschließlich der Ingenieurleistungen beliefen sich auf rd. 2,35 Mio. €. Diese Kosten mussten nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz von den Stadtwerken getragen
werden.
Mit dem Einsatz von Erdgas als Kraftfahrzeugtreibstoff hat auch in Bad Reichenhall ein neuer Zeitabschnitt der Gasversorgung begonnen. Bereits seit 1996 sind bei den Stadtwerken Erdgasfahrzeuge im Einsatz. 1997 wurde der erste Erdgasbus in Betrieb genommen. Die dieselbetriebenen Linienbusse der Stadtwerke werden im Laufe der nächsten Jahre durch Erdgasbusse ersetzt. Unsere Stadt wurde deshalb vom Freistaat Bayern als Erdgasmodellstadt ausgewählt. Ziel der Stadt ist, dass der unvermeidbare, unbedingt notwendige Verkehr in der Stadt wegen der geringeren Abgas- und Lärmemissionen soweit wie möglich mit gasbetriebenen Fahrzeugen abgewickelt wird. Der Betrieb einer öffentlichen Erdgastankstelle durch die Stadtwerke unterstützt diese Zielsetzung.
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