Pressemitteilung Stadtwerke Bad Reichenhall KU: ​

 

Krise an den Energiemärkten macht Anpassung der Strom- und Erdgaspreise ab 1. Oktober 2022 notwendig

 

Die starke Drosselung der russischen Erdgaslieferungen seit Juni 2022 und die dadurch ausgelöste Knappheit am Gasmarkt hat das Preisniveau an den Energiemärkten nochmals deutlich in die Höhe getrieben. Das Kommunalunternehmen Stadtwerke Bad Reichenhall muss daher die Strom- und Erdgaspreise ab 1. Oktober 2022 anpassen. Zur Finanzierung einer sicheren Gasversorgung hat der Gesetzgeber außerdem neue Umlagen beschlossen, die ab Oktober 2022 erstmalig erhoben werden und die Endkundenpreise für Erdgas vorübergehend zusätzlich belasten. Alle Strom- und Erdgaskunden der Stadtwerke erhalten aktuell Post mit detaillierten Informationen.

 

Mit der Reduzierung der russischen Gaslieferungen seit Juni 2022 und der dadurch ausgelösten Verknappung haben sich die Preise an den Beschaffungsmärkten für Strom und Erdgas nochmals dramatisch verteuert. Derzeit liegt beispielsweise der kurzfristige Gas-Beschaffungspreis mit über 20 ct/kWh deutlich über den Endkundenverkaufspreisen der Stadtwerke, in denen zusätzlich noch Transport, Steuern und Abgaben enthalten sind. Ähnlich ist es beim Strom.

 

Durch ihre größtenteils langfristig angelegte, vorausschauende Beschaffungsstrategie konnten die Stadtwerke Bad Reichenhall bisher die Marktturbulenzen weitgehend von ihren Kunden fernhalten. Dennoch sind Preisanpassungen unvermeidlich.


Für die Stromkunden erhöht sich der Arbeitspreis in den Sonderprodukten sowie in der Grundversorgung zum 1. Oktober 2022 um netto 5 ct pro verbrauchte Kilowattstunde. Der Grundpreis ändert sich nicht. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500 Kilowattstunden bedeutet das monatliche Mehrkosten von rund 10 Euro netto. Je nach Tarif bedeutet das eine Preiserhöhung zwischen 15 und 18 %.

Beim Erdgas muss zum 1. Oktober 2022 im Sondertarif Erdgas-ECO der verbrauchsabhängige Arbeitspreis um netto 3 ct/kWh erhöht werden. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 11.000 kWh bedeutet dies eine zusätzliche monatliche Belastung von knapp 28 Euro netto bzw. eine Preiserhöhung um ca. 32 %.

 

Zur Aufrechterhaltung der Gasversorgung trotz der russischen Lieferkürzungen hat der Gesetzgeber außerdem zwei neue gesetzliche Umlagen geschaffen, die ab 1. Oktober 2022 vorübergehend erhoben werden: Zum einen eine Gasspeicherumlage zur Finanzierung der gesetzlich vorgegebenen Füllung der Gasspeicher (gemäß § 35e Energiewirtschaftsgesetz). Zum anderen eine Gasbeschaffungsumlage, mit der auf der Importeursebene notwendige zusätzliche Gaskäufe als Ersatz für fehlende russische Gaslieferungen finanziert werden (gemäß § 26 Energiesicherungsgesetz). Hinzu kommt zum Ausgleich gestiegener Kosten für Regel- und Ausgleichsenergie im Ferngasnetz ab 1. Oktober 2022 eine Erhöhung der sogenannten Bilanzierungsumlage.

 

Die genaue Höhe aller Umlagen steht bisher noch nicht abschließend fest. Lediglich die Höhe der Gasbeschaffungsumlage wurde am 15. August 2022 mit 2,419 ct/kWh festgelegt. Die Stadtwerke werden die Umlagen auf Basis der geltenden Vertragsbedingungen 1:1 in der jeweiligen Höhe weitergeben und künftig transparent in ihrer Abrechnung als zusätzlichen Rechnungsbestandteil ausweisen.

Sobald die Höhe aller gesetzlichen Umlagen bekannt ist, werden die Kunden in einem separaten Schreiben darüber sowie über die ab 1. Oktober 2022 geltende Abschlagshöhe informiert.


In der Erdgas-Grundversorgung müssen die Preise ebenfalls erhöht werden, die Preisanpassung erfolgt hier allerdings erst zum 1. November 2022. Die genaue Höhe der Preisanpassung steht auch hier erst nach Bekanntgabe aller Umlagen fest.

 

Die Stadtwerke sind auch nach diesen Preiserhöhungen deutlich günstiger als ihre Mitbewerber – das zeigt ein Blick in die einschlägigen Vergleichsportale.

 

Stadtwerke-Vorstand Peter Fösel: „Als Stadtwerke gehören wir letztlich allen Bürgern. Daher ist es uns wichtig, für unsere Kunden auch in diesen schwierigen Zeiten ein fairer und verlässlicher Partner zu sein. Die Krise an den Energiemärkten und die dadurch gestiegenen Beschaffungskosten und Marktrisiken zwingen uns leider zu dieser erneuten Preisanpassung. Dank unserer langfristig angelegten Beschaffungsstrategie können wir jedoch die Preissteigerung begrenzen. Auf die Stadtwerke Bad Reichenhall als Partner ist auch in dieser Krise Verlass.“