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Wussten Sie, dass … DAHOAM — Magazin der Stadtwerke Bad Reichenhall 5 Ein heiterer Oktobernachmittag. Sonne und Wolken wechseln, dazu ein herbstlich kühler Wind. Er kräuselt die Wasseroberfläche des Listsees im Nonner Oberland. Der Gipfel des Zennokopfes (1.756 m) scheint ganz nah. Wilhelm Flatscher parkt das Auto vor einem unscheinbaren, naturbelassenen Holztor gleich gegenüber dem Seeufer. Wanderer spazieren vorbei, sie haben nur Augen für die zauberhafte Landschaft. Nichts deutet daraufhin, dass sich hier oben einer von insgesamt drei Hochbehältern der Wasserversorgungsanlage Bad Reichenhall befindet. Betriebsleiter Flatscher schließt die erste Tür auf und die nächste dahinter. Er macht Licht. Ein kühler Zweckbau, der sich in die Landschaft einfügt, der Boden gefliest, weiße Wände, alles ist penibel sauber. Linkerhand ein Raum mit jeder Menge Messanzeigen, rechts führt eine runde Metalltreppe hinab zu den Rohrleitungen. Geradeaus befinden sich gut abgeschirmt zwei fünf Meter tiefe Becken. Sie können insgesamt 600 Kubikmeter Wasser fassen. Damit ist der Zwischenhochbehälter Listsee mit Abstand der kleinste Wasserbehälter der Stadtwerke. Der Hochbehälter Niederalm hat Platz für 4.000 Kubikmeter Wasser, der Hochbehälter Königshöhe im Kirchholz für 8.000 Kubikmeter. Das Wasser stammt seit 1996 ausschließlich aus dem Gebiet zwischen Hochstaufen (1.771 m) und www.stadtwerke-bad-reichenhall.de Zwiesel (1.782 m). Circa 5,6 Quadratkilometer Fläche sind hier zum Wasserschutzgebiet erklärt. Aus den Hochbehältern wird das Trinkwasser über das 169 Kilometer lange Versorgungsnetz an 3.036 Hausanschlüsse und 786 Hydranten im Versorgungsgebiet Bad Reichenhall geliefert. Auf Listsee beharrt Eine erste Beschreibung der öffentlichen Wasserversorgung von Bad Reichenhall geht ins Jahr 1771 zurück. Die damaligen Brunnen wurden aus Quellen im Reitergraben am Fuße des Dötzenkopfes in Bayerisch Gmain gespeist und das Wasser über hölzerne Rohre ins Stadtgebiet geleitet. Die wurden 1880 durch Gußrohre ersetzt. Vier Jahre später begann die Erschließung von verschiedenen Quellen im Listseegebiet für die öffentliche Wasserversorgung. Eine neue Zubringerleitung aus dem Listseegebiet wurde 1885 mit großem Fest und Feuerwerk im Park des Axelmannsteins gefeiert. Es war die Zeit des boomenden Kurtourismus, entsprechend viel Wasser wurde benötigt. Nach den Weltkriegen stieg der Wasserbedarf weiter an. Man begann daher in der Nonner Au nach Grundwasser zu bohren und dort in den Folgejahren mehrere Brunnen zu fassen. Um auch in Zukunft eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung zu gewährleisten, wurden in der Weitwiese einige Probebohrungen durchgeführt und Wasserproben entnommen. Die Proben ergaben, dass das untersuchte Rohwasser nur unter aufwendigster, technischer Aufbereitung für die öffentliche Wasserversorgung nutzbar wäre. Deshalb fokussierte sich die Stadt wieder auf das Listseegebiet. 1982 belegte ein geologisches Expertengutachten, dass eine dortige Grundwasser Erschließung Reichenhalls Bürger gut und sicher mit einwandfreiem Trinkwasser versorgen könne. In die entsprechenden Anlagen mitsamt Versorgungsnetz wurden in den Folgejahren bis 1996 rund 48 Millionen Deutsche Mark investiert. Man Schutzhäuschen des Felsbrunnen Siebenpalven. ... jeder Bundesbürger täglich ca. 123 Liter Wasser verbraucht? Das ist wenig im europäischen Vergleich. Noch weniger verbrauchen z. B. Luxemburg, die Slowakei und Dänemark. ... Wasser das wichtigste Lebensmittel ist? Der menschliche Körper besteht zu 50 - 60 % aus Wasser. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen Flüssigkeitskonsum von circa 1,5 Litern pro Tag. ... deutschlandweit rund 6.000 Wasserversorgungsunternehmen dafür sorgen, dass Trinkwasser ein Qualitätsprodukt bleibt?


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